Körperhygiene und -pflege

          Heute verbringen viele Menschen eine menge Zeit mit, und ver(sch)wenden ein Gutteil ihres Einkommens für Körperpflege: mehr als einmal duschen am Tag ist inzwischen normal, natürlich mit ‚Gel' oder ähnlichem, plus Haarwäsche, danach ist die Haut trocken und Körperlotion wird fällig, mit Zähneputzen und Zahnseide nicht genug gibt's antiseptisches Mundwasser etc., täglich frische Wäsche, zusätzlich Slipeinlagen für die moderne Frau, inzwischen auch für ‚unterwegs' erhältlich (soll heissen mehrmals täglich!), ganz zu schweigen von Haarpflege und Kosmetik, diverse Körperrasuren (nun auch bei Männern geläufig) usw., die Liste kann beliebig verlängert werden. Und in unserer geliebten Werbeflut werden uns tagtäglich all die schönen Dinge präsentiert, die man dazu unbedingt braucht, und ohne die Sie schon lange nicht mehr leben können (woran letzteres wohl liegt, erfahren Sie gleich hier im Anschluss).
Wir wollen sehen, ob bzw. inwieweit wir unserem Körper mit einigen dieser Maßnahmen einen Gefallen tun, oder ob eher das Gegenteil der fall ist! Es ist zweifellos eine große Errungenschaft in ‚zivilisierten' Ländern, dass eine große Zahl Menschen Zugang zu guter Körperpflege hat, welche wir keinesfalls missen möchten. Dabei kommen jedoch, neben dem genialen Element Wasser, viele Mittel und Praktiken zum Einsatz, die bei genauerem Hinsehen zweifelhaft bis negativ erscheinen. Das wird uns erneut ein ganzes Universum an Einsparungsmöglichkeiten eröffnen und unsere Lebensqualität, wie immer, in doppelter Weise heben!

Beginnen wir mit dem WASSER, der einfachsten und besten Zutat zur Reinigung. Doch speziell wo es längere Zeit einwirkt trocknet es die Haut aus, wovor uns das natürliche Hautfett eine gute Weile bewahren kann.

Allerdings nur solange nicht SEIFE, DUSCHGEL & Co ins Spiel kommen. Diese neutralisieren mit alkalischem Ph-Wert die etwas saure Schutzschicht der Haut und waschen das Fett einfach weg, das Wasser dringt leichter ein, weicht sie auf und trocknet umso stärker aus. Dabei werden auch die nützlichen Bakterien, die quasi in Symbiose auf unserer haut leben, stark dezimiert und Reizungen, Jucken und kleine Entzündungen wie Pickel nehmen zu. Die schlimmste Wirkung dabei haben, logischer weise, 'desinfizierende' bzw. 'antibakterielle' Zusatzstoffe. Auch Hautpilz ist häufig eine Folge von (zu) häufigem Duschen, vor allem wenn immer Reinigungsmittel verwendung finden.

Dagegen kommen dann diverse KÖRPERPFLEGER zum Zug, 'after shower lotion', 'moisturiser' etc..., die alles reparieren sollen. Diese Produkte sind allesamt so konstruiert, dass sie sobald ihre (oft durchaus sehr angenehme) Wirkung nachlässt, einen 'schlimmeren' Zustand hinterlassen als vor der Behandlung (wie das übrigens bei allen Kosmetika der Fall ist), was baldigste Abhängigkeiten sowie eine Erhöhung von Frequenz und Dosis zur Folge hat. Wie schön für die Hersteller! Weil man sich nach unterschiedlichsten 'Aufträgen' dann irgendwann doch ganz schön 'angeschmiert' vorkommt, geht's ab in die Dusche und die Spirale beginnt von neuem.

SLIPEINLAGEN sind mit antibakteriellen Substanzen versetzt, alles schön 'hygienisch', welche die natürliche Vaginal-Flora schädigen. Wie schon bei den Hautbakterien können die 'Guten' nun nicht mehr so 'gut' Revier verteidigen, und viele Frauen haben bald einen Pilz oder ähnliche Probleme.

Feuchtes TOILETTENPAPIER z.B. muss mit unglaublich viel Chemie konserviert werden, damit das Zeug nicht verrottet und verschimmelt (denken Sie an einen Stapel nasses Papier in einem verschlossenen Behälter, nur wenige Tage, iiiiiigitt), dafür packt man dann ein paar hautpflegende Mittelchen oben drauf. Ich würde so etwas nicht an mein 'aller-wertestes Teil' oder sonst wo heranlassen.

Sie kennen manche dieser Effekte schon? Was also tun? Guter Rat ist, wie immer bei uns, das Gegenteil von teuer, denn er spart Ihnen noch ordentlich Geld!

Unsere Haut ist eine unschlagbare Konstruktion der Evolution, einzig dazu erschaffen unser Innerstes vor der Außenwelt zu beschützen und von ihr abzugrenzen, aber auch den (über)lebenswichtigen Austausch mit dieser zu gewährleisten. Sie ist ein Biotop für nützliche Bakterien, welche ihr Revier gegen 'böse' Eindringlinge verteidigen, produziert ihre eigenen Pflegesubstanzen wie Fette und 'atmet' sogar, funktioniert also völlig 'autonom', ganz im Gegenteil zu dem, was uns die Kosmetikindustrie weismachen will. Und im (Not-) falle auch über überraschend lange Intervalle sogar ganz reinigungs- und wartungsfrei!
In Situationen wie z.B. ausgedehnten Expeditionen oder Bergtouren kann kaum Körperpflege betrieben werden. Die Betoffenen berichten meist, dass sie damit zumindest nach kurzer Eingewöhnung keine Probleme hatten, obwohl sie sich vielleicht über Wochen nicht waschen konnten. Die Selbstreinigungsmechanismen werden dann also aktiv, und auch Körpergeruch hält sich irgendwann in grenzen und konstant und auf einem 'natürlichen' Niveau. Wir haben auch kein Gefühl mehr für den natürlichen Körpergeruch, wenn wir z.B. ständig Düfte benutzen. Wissenschafter haben bestätigt, der körpereigene Geruch spielt z.B. bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle. Er ist stark vom Immunsystem abhängig, und wenn wir jemanden 'nicht riechen' können ist sein Immunsystem zu ähnlich dem unseren, was eine schlechtere genetische Disposition für den Nachwuchs bedeuten würde. Und neueste Erkenntnisse zeigen, sogar unser Darm besitzt Riechzellen (identisch mit denen in der Nase!), und die Geruchswahrnehmung ist essentiell für dessen Funktion! Die Wissenschafter vermuten eine Verbindung zwischen unserer mit (künstlichen) Düften übersättigten Umwelt und zunehmenden Verdauungsstörungen.

Nun also wie immer unsere praktischen Tips:

No. 1: Waschen Sie sich überhaupt nicht!
Da dies in der Praxis und vor allem bei ihren sozialen Kontakten nach einiger Zeit zu größeren Problemen führen könnte, gibt es zum Glück noch einige andere Möglichkeiten:

No. 2: die Frequenz
Überdenken sie ihre Dusch- und Bade- 'Gewohnheiten'! Richten sie sich nicht nach ebendiesen, sonder nach dem tatsächlichen Bedarf. Sind sie wirklich schmutzig, oder verschwitzt? Manchmal genügt der kurze Schauer mit bloßem Wasser oder es braucht gar nichts, manchmal muss geschrubbt werden. Abends ist man eher reinigungsbedürftig, und sollten sie nächtens nicht sehr schwitzen, schlafwandelnd ihr Auto reparieren oder ihre Bettwäsche mehr als gebraucht sein, besteht absolut kein Grund, morgens gleich wieder zu duschen.
Jedenfalls lassen sich Schweiß, Staub und auch Gerüche (meist nur von abgestorbene Zellen) nur mit Wasser plus der bereits bei der Wäsche erwähnten mechanischen Reinigungskraft, also mit ein wenig Schrubben, ganz leicht entfernen.

No. 3: Reinigungsmittel
Benutzen sie solche sehr sparsam und nur wenn unbedingt nötig, siehe No. 2! Haare sollten natürlich nachfetten können, das tun sie allerdings auch immer schneller, je öfter man sie mit Shampoo wäscht. Duschgels und moderne Flüssigseifen hinterlassen einen spürbaren Film auf der Haut, der sich kaum mehr abspülen lässt (kann ich z.B. nicht ausstehen!). Wenn nötig, dann benutzen sie normale, natürliche PFLANZENÖL-SEIFE, taugt auch mal zum Haare waschen. Und statt allseits benutztem Conditioner eine Spülung mit stark verdünntem Essigwasser (z.B. Apfelessig, duftet natürlich fein), das neutralisiert alkalische Rückstände der Waschmittel und macht die Haare wirklich seidenweich und glänzend. Das ist auch gut für Ihre Haut weil es hilft, deren leicht saure Schutzschicht nach dem Waschen zu regenerieren, und sogar für die Wäsche! Siehe ‚Haushalt' -Waschen und Putzen

Gegen Zähne putzen ist natürlich nichts zu sagen, ausser dass lt. neuesten Studien bereits mehr als 1 mal täglich den Zahnschmelz angreifen kann. Und von ihrer Lieblings Zahncreme, egal welche, genügt immer die Menge eines Tropfens! Auch hier ist die Mechanik die beste Reinigung, und Sparmeister kommen nur mit ein wenig MEERSALZ aus.
Die Schlimmsten sind wie immer die 'hygienischen', also antibakteriellen Substanzen direkt auf unserer Haut oder z.B. auch als Mundwasser, solche haben dort nichts verloren, außer es geht um natürliche antiseptische Kräuteröle wie z.B. Salbei, Minze etc., die in guten Naturprodukten enthalten sind.

No. 4: Deo, Duft & Co
Weniger ist auch hier mehr, wie so oft. Wenn sie ihre Wohnung permanent mit Düften z.B. aus solchen Steckdosen Immer- Duftspendern fluten, die Wäsche nur nach Apfel oder schlimmerem riecht etc., wissen sie bald nicht mehr wie irgendetwas wirklich riecht. Auch hier können sie (sich das) sparen. Ein gutes Parfum sollte man DEZENT am Körper tragen, sonst hat es nirgends etwas verloren, und mit dem eigenen Geruch harmonieren, heißt aber auch, ihn nicht zu überdecken! Entwickeln sie ein Gefühl für natürliche Gerüche, indem Sie zu Zeiten auf Düfte völlig verzichten. Vor allem Hände weg von mit diversen Metallen (Silberionen etc.) und/oder Nano-Partikeln versetzten Mitteln, was auch immer die Werbung verspricht. Schädliche Wirkungen sind mangels Erfahrung mit den Substanzen keinesfalls auszuschliessen bis wahrscheinlich! Gegen Schweissgeruch noch immer das Beste und Günstigste Deo heisst übrigens Alaun-stein, ein natürlich vorkommendes Mineral, auch bekannt unter der Produktbezeichnung 'Mineral Deo'. Großmutter hat's, mit Sicherheit, zumindest gekannt. Es hemmt auf natürliche weise die Bakterienbildung, und mit einer packung kommt man viele Monate bis Jahre aus.

No. 5: Hygieneartikel
Wenn sie sich nach der Toilette nicht richtig 'sauber' fühlen, sollten sie sich wie viele unserer orientalischen Mitbürger direkt nach jedem Geschäft mit reinem WASSER (das reicht auch völlig aus!) waschen. Es gibt dazu sogar entsprechende WC Armaturen, wie die sog. Unterdusche. Viele Frauen benutzen wieder kleine BAUMWOLLTÜCHER anstelle von Slipeinlagen und Binden, diese sind wiederverwendbar und zudem nicht mit Chemie und Duft durchtränkt, der Vaginal-Flora bekomm's Wohl! Imaginieren sie nur einmal den (NUR ihren!) monatlichen Müllberg solcher Artikel, einmal ganz abgesehen von den Kosten!

No. 6: Pflege
Für Haut, Haar und Nägel (und natürlich auch jede Art von Leder) immer noch das Beste: reines hochwertiges PFLANZENÖL, das gleiche, das auch für Ihre gesunde Ernährung taugt, also kaltgepresst, nativ, mit viel ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen usw.! Ob nun Olive, Sonnenblume, Distel oder, etwas tierischer, sogar Butter, bleibt dabei völlig ihrem guten Geschmacks-, oder in diesem Fall auch Geruchssinn überlasssen. Vielleicht haben die Hausmänner bzw. -frauen unter uns schon beim Kochen bemerkt, wie schnell Fette von der Haut völlig absorbiert werden. Sie schützen dann gleich perfekt hinterher beim Abwasch vor Austrocknung samt Runzelhaut, wir können uns auch noch die Gummihandschuhe sparen, am besten immer auch DAVOR gut einfetten.
Wenn sie zudem zu den Lippen-Austrocknungs-Pflegestift-Abhängigen zählen, auch hier wird Öl schon nach wenigen Anwendungen anhaltende Wirkung zeigen, und nicht zu ewigen sich steigernden Wiederholungstaten führen wie die meisten Industrieprodukte. MEERWASSER ist ebenfalls sehr hautfreundlich und ein Pflegemittel, hilft bei der Wundheilung und in Verbindung mit ein wenig Sonne auch bei vielen Hautproblemen wie Schuppen, harmlosem aber lästigem Hautpilz usw., die Süßwasser Dusche 'danach' ist also eher kontraproduktiv. Bei Schuppenflechte zählt Meerwasser und UV-Licht bereits zu ‚medizinischer' Behandlung. Ich benutze es als Rasierwasser, seit ich nach vielen Versuchen bis hin zu medizinischem Alkohol, mit nichts sonst die lokalen Entzündungen nach der Rasur erfolgreich behandeln konnte. Auch die Kosmetikindustrie hat längst Meerwasser-Produkte entwickelt, doch wozu sollten Sie diese sehr teuer kaufen, wenn Sie das Original, z.B. im Urlaub schnell durch ein Tuch in eine Flasche gefiltert, ganz umsonst haben können. Und zur Not tut's auch daheim selbst gemachte Meersalzlösung, dieses ist meist 'gereinigt' und hat daher etwas weniger Inhaltsstoffe als echtes Meerwasser.

Überschlagen sie doch einmal die Ersparnis, wenn sie ALLE ihre Pflege- und Reinigungsmittel (z.B. auch für Schuhe und Lederartikel) durch einige wenige Öle, pflanzliche Seife, Essig und Meerwasser ersetzen können. Falls sie gelegentlich in Hotels nächtigen, nehmen sie die Seife dort einfach mit, dann ist die sogar umsonst. Ginge sich bald der extra Urlaub aus, und damit hätten wir wieder mehr Freude und Gesundheit.

Bitte hier nochmals zur eindringlichen Erinnerung:
Es handelt sich bei Tipps zur Gesundheit niemals um medizinische Ratschläge, diese können lediglich zur Erhaltung oder Verbesserung derselben beitragen. Wenn sie krank sind oder ernste Symptome haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt ihres Vertrauens aufsuchen.