Politische AntiErklärung:

AntiWerbung sollte ursprünglich eine gänzlich unpolitische Sache werden, doch sobald man sich ernsthaft mit weltweitem Business und seinen Auswirkungen auseinandersetzt, wird schon nach kurzer Zeit absolut deutlich, dass politische Fragen impliziert und keinesfalls vermeidbar sind.

Politik beschäftigt sich mit Völkern, Staaten, sozialen Gemeinschaften und deren Organisation (griech. Politis = der Bürger), und Politiker ‚sollten' dabei wohl entsprechend dessen Interessen vertreten. Das ist angesichts täglicher Praxis nur ein weiteres "Ideal", und ein ziemlicher Luxus obendrein, angesichts der Auswirkungen des Treibens unserer Volksvertreter. Die lassen sich von 99% (die zusammen nur 1% besitzen) wählen, um danach dem restlichen 1en% in die Hände zu spielen (welches 99% von dem besitzt, was von den ersteren 99% erarbeitet wurde).

Da jegliche Ideologie dazu angetan ist, eine sachliche und auf Fakten beruhende Diskussion sofort zu torpedieren, indem Sie den Verfechter derselben die Dinge nur noch im Lichte derselben und keinesfalls mehr objektiv betrachten lässt, kann kein konstruktiver oder produktiver Prozess mehr stattfinden. So bildet sich noch jeder seine ganz eigene ‚Meinung', und damit (s)ein "Ideal" (...dieses dient "eigentlich" dazu... jenes "sollte" doch bewirken..., es ist also ein von der Realität abweichendes Bild) von den Dingen, und lässt ihn nichts mehr so erkennen und beurteilen, wie es real und somit ‚in Wahrheit' ist oder was es ‚tatsächlich' und in der Praxis bewirkt.

Es gibt folglich auf AntiWerbung keine vorgefertigten Konzepte zu finden, ob politisch oder ökonomisch, und erst recht keine Ideologien. Das nicht zuletzt deshalb weil die Standard-Nachfrage, wie man es denn ‚anders' oder ‚besser' machen wolle, vom Fragesteller im Geiste und im Sinne seiner eigenen Überzeugung (= "Ideal") längst vorweg beantwortet ist, zumeist damit, dass es ‚so' ohnehin nicht ‚funktionieren' kann, oder dass das Vorhandene noch der bislang ‚beste Kompromiss' wäre, und ähnlicher Schwachsinn mehr. Was man allerdings finden kann sind praktische Tipps, und teils radikale und natürlich mit Absicht provokante Denkanstöße betreffend diverse Probleme, welche, versucht man nur einmal sie konsequent zu Ende zu denken, schier und wörtlich ‚unglaubliche' Perspektiven eröffnen.

Es gilt jedoch trotzdem einiges, sozusagen grundsätzliches, diesbzgl. hier festzuhalten:

Da gegenwärtige politische Systeme ihren Mitgliedern, ausgezeichnet durch Staatsbürgerschaft und in der Regel nicht freiwillig beigetreten, doch so einiges abverlangen (zumindest den ‚unteren' 99%), und ein Nutzen für jene im Gegenzug oder besser -wert nicht annähernd erkennbar ist (für die ‚oberen' 1% wohl schon), möchte ich an dieser Stelle lediglich aufzählen, was eine soziale Gemeinschaft in der industrialisierten Welt, welcher Idee oder Gesinnung auch immer (nicht-) huldigend, nach meiner bescheidenen Meinung für seine Mitglieder zu leisten imstande sein MUSS, und zwar ausnahmslos für ALLE und UN-bedingt, um nur irgendwie ‚akzeptabel' zu sein!

1- Recht auf medizinische Versorgung und Pflege nach Bedarf, entsprechend dem neuesten Stand von Technik und Wissenschaft, für Jedermann/Frau.
2- Recht auf freie Allgemein- oder Berufsbildung bis zur höchsten, gewünschten Stufe, incl. Unterstützung der Erziehungsberechtigten bzw. der volljährigen Lernenden während derselben.
3- Recht auf Beschäftigung mit angemessener Entschädigung, d.h. ausreichend für den regionalen Lebensunterhalt, und mit ausreichend Frei- bzw. Erholungszeit.
4- Recht auf frei zugängliche Kinderbetreuung in gemeinschaftlichen Einrichtungen.
5- Recht auf allgemeine Grundsicherung, ausreichend zur Abdeckung der jeweiligen Lebenshaltung incl. Wohnraum, Energie etc., natürlich unbegrenzt auch im Alter, bei andauernder Krankheit usw.
6- Betreiben wissenschaftlicher und technischer Forschung auf Kosten und zum bestmöglichen Nutzen der Allgemeinheit und für diese frei verfügbar, sinnvollst z.B. in den entsprechenden Bildungseinrichtungen.

Weiters gesellschaftsübergreifend, etwa im Rahmen verbindlichen Völker- bzw. Planetenrechts oder besser einer diesbzgl. -verfassung:
- Grundrecht auf Selbsterhaltung aus eigener Kraft und in Unversehrtheit (1),
sowie unmittelbar daraus resultierend etwa ein
- Recht auf Landnutzung zum Eigenbedarf
- Recht auf freien Zugang zu sauberem Wasser
- Recht auf saubere Luft u. Umwelt

Bald wird es weltweit eine Unzahl von Klima-Flüchtlingen, -Obdach u. -Heimatlosen geben, und etwas derartiges wird früher oder später als offensichtliche Notwendigkeit diskutiert werden MÜSSEN, als Ersatz bzw. Weiterentwicklung der überstrapazierten, und v.a. von der Realität bereits lange "überholten" Menschenrechte u.ä. Werke (2).

Das alles klingt sehr utopisch? Sie haben völlig recht!! So wie diese Welt z.Zt. ‚funktioniert' (sofern man das überhaupt so nennen kann), ist so etwas natürlich schwerst bis kaum vorstell- bzw. umsetzbar. Aber schließlich war alles was von Menschen je geschaffen wurde, man denke nur an die Geschichten Jules Vernes oder die Ideen Leonardos, zuerst ‚nur' aber auch notwendiger weise ein Gedanke in irgendeines Menschen Kopf, und somit reinste Utopie. Ohne jene würde nichts, wohl nicht einmal die Menschheit selbst, überhaupt existieren...! Es lässt sich nicht nur mit gutem Willen unschwer erkennen, dass die anstehenden Probleme in der Welt WIRKLICH radikale Veränderungen nötig machen, und wir müssen diese zuerst einmal ‚denken' (s. auch "was wäre, wenn..."), bevor irgendetwas davon politische Realität werden kann.

Letztlich lässt sich der Fortschritt einer Gesellschaft nicht daran messen, WAS von Wissenschaft und Technik machbar ist, sondern WIEVIELE zu den höchsten Errungenschaften Zugang haben. So gesehen befinden wir uns seit dem großen Aufschwung zur Mitte des letzten Jahrhunderts in einer anhaltenden Regression, auf dem besten Weg zurück ins Mittelalter, und vielen Menschen gerade in entwickelten Ländern ergeht es schlimmer als Sklaven und Leibeigenen dazumal. Neueste evolutionsbiologische Erkenntnisse schreiben den Aufstieg und immensen Erfolg der menschlichen Art auf dem Planeten hauptsächlich ihrer Fähigkeit zur Kooperation zu, und nicht etwa jener zu kämpfen oder zu konkurrieren. Es ist an uns als Weltbürger, das Heft wieder fest in unsere Hand zu bekommen, wir SIND das Volk und wir HABEN tatsächlich auch die Macht, unsere Zukunft nach unseren mehrheitlichen, ur-menschlichen Bedürfnissen, und nicht nach denen einiger weniger, völlig neu zu gestalten.

Für mich noch immer ein bezeichnendes Bild, und einzig wirklich KEIN "Ideal" an unseren schönen Demokratien, ist es, seine Stimme abgeben zu dürfen, weil man danach nun ganz WIRKLICH und REAL absolut nichts mehr zu sagen hat...

...in diesem Sinne:

kaufen, aber vor allem wählen Sie NICHTS !!


zumindest von dem, was derzeit im Angebot ist... trotzdem aber nicht unbedingt NICHT, also am besten ‚ungültig'. Da solche Stimmen derzeit aber (noch) nicht zählen und also am System vorerst nichts ändern, und jede Wahl-Taktik genauer betrachtet sowieso Absurd ist, gibt es bei AntiWerbung an anderer Stelle mehr davon, WIE wir unsere so genannten Volksvertreter, die uns bislang nur verar.... haben, doch noch dazu bringen könnten, auf uns zu hören, oder widrigen falls verabschiedet zu werden, und zwar eher nicht mit Handkuss, es könnte wohl häufig ein unsanfter a...tritt nötig werden :-)



Fußnoten:

1) Es ist zweifellos die gesamte Weltbevölkerung mit den heute vorhandenen Ressourcen ausreichend zu versorgen, ebenso zweifellos reicht eines gesunden Menschen Arbeitskraft aus, sein eigenes Leben zu erhalten und zu reproduzieren. Letzteres die bloße Existenz der Menschheit zwar hinlänglich beweist, jedoch an vielen Plätzen in der Welt trotzdem nicht (mehr) möglich ist (und ich spreche hier nicht etwa von Wüsten o.ä.!), ebenso wie angesichts Ersterem jede Form von Armut, Elend und Hunger nicht etwa Naturkatastrophen geschuldet, sonder einzig mensch-gemacht sind!

2) Ich möchte hier nur insofern auf allgemein Bekanntes eingehen, wie es z.B. in demokratischen Verfassungen oder der internationalen Menschenrechtskonvention zu finden ist, als das aus einigen Punkten derselben Resultierende den oben genannten Forderungen doch einigermaßen entgegensteht, wie z.B. und u.a. folgendes: - eine Gleichbehandlung, vor dem Gesetz oder wobei auch immer, kling für jeden selbstverständlich und wünschenswert, befördert und verstärkt jedoch bereits bestehende Unterschiede. Will man also mehr Gleichheit, etwa im Sinne von Verteilungsgerechtigkeit usw., so muss man immer die Schwachen begünstigen und Begünstigte schwächen.
- unsere über alles geschätzte und noch viel lieber exportierte Freiheit findet ihr jähes Ende spätestens in Nachbars Garten, wenn nicht schon an dessen Zaun, und somit am Besitz desselben. Daraus folgt rein logisch, unvoreingenommen und ohne jeglicher Plünderung oder Aneignung Für zu sprechen, dass wer also ‚zero' besitzt, selbiges in etwa auch für den Grad seiner ganz persönlichen, praktischen Freiheit einigermaßen zutrifft!


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