EU weite Tests und Kontrollen der AKWs beschlossen,

freiwillig für die Betreiber!


Kommentar zum Tagesgeschehen, 26. März 2011

Die Verarschung der Bürger kennt offensichtlich keine Grenzen mehr. Angesichts der Ereignisse in Japan beschließt die EU schnell und geschäftig, in Deutschland wohl vor allem vom aktuellen Wahlkampf angetrieben, ihre AKWs sogenannten ‚Stresstests' zu unterziehen. Super Sache, denkt man. Doch im selben Satz sagt die Meldung, diese werden freiwillig sein!

Spätestens nach dem aktuellen Unfall müsste klar sein, dass die Risiken und auch die effektiven Kosten der Atomenergie alles bisher propagierte, und bisweilen auch unsere Vorstellung bei weitem übersteigen. Keine Versicherung deckt einen schweren Unfall mehr ab, und zusammen mit den unkalkulierbaren, auch ohne eine große Katastrophen eventuell für tausende Jahre anfallenden Folgekosten, ist die Produktion von Atomstrom mit Abstand die teuerste Energieerzeugung überhaupt.
In Greifswald (D) wird anno 2014 das weltweit erste AKW, dann 25 Jahre nach seiner Abschaltung, fast vollständig (bis auf einige hundert Tonnen hoch radioaktiver Abfälle in Kastoren) abgetragen und verschrottet sein, und zwar für etwa 3,5 Milliarden Euro Steuergeld. Rückgebaut, wie's im Fachjargon so schön heisst, wohl weil wesentlich teurer als der Bau? Zwar müssen die übrigen AKWs in Deutschland von den jetzigen Betreibern abgebaut werden, doch wenn man sich vorstellt, dass diese Firmen irgendwann etliche solcher Rück- "Baustellen" zu betreiben und vor allem auf Jahrzehnte hinaus zu finanzieren haben werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass einige davon diese Zeit wohl nicht ‚überleben' werden, rein geschäftlich natürlich. Soll heissen sie werden ihrer Verpflichtung nicht mehr nachkommen können, und wer dann wieder zahlen darf dürfen Sie gerne raten ;-)... Weltweit gibt es noch immer kein einziges Endlager für die Abfälle, und solche werden im Übrigen dann auch von der Allgemeinheit finanziert. Atomenergieerzeuger müssten folglich sämtliche Gewinne als Rücklagen zurückbehalten, und selbst das würde nicht ausreichen, oder aber uns, die wir die wesentlichen Kosten zu tragen haben, den Strom zum Selbstkostenpreis überlassen.

Noch etwas mehr zur "freiwilligen Selbstkontrolle" in der Wirtschaft:
Schon bisher ist es z.B. so, dass Pharma-Unternehmen die Wirksamkeit und Verträglichkeit ihrer Medikamente ausschliesslich selbst nachzuweisen haben, Nahrungs- und Futtermittelhersteller ihre Erzeugnisse selbst Testen und auftretende Grenzwertüberschreitungen melden (sollen!, wie gut das funktioniert zeigt der jüngste Dioxin-Skandal), weiters sind Unternehmen weitgehend ‚selbstverantwortlich' für Steuern und Abgaben, Kontrollen sind aufwändig und entsprechend selten, usw, usv... Da man in unseren tollen Rechtssystemen ja wohl von einer Gleichbehandlung aller, natürlicher und juristischer Personen, ausgehen können sollte, fordern wir selbige nun ein. Deshalb gibt's statt den sonst üblichen Tips heute folgende

aktuelle FORDERUNGEN an unsere Politiker:
1- die technische Inspektion unserer Fahrzeuge durch den TÜV ist ab sofort freiwillig, andernfalls genügt der Behörde eine Zusicherung unsererseits, dass deren Zustand einwandfrei und sicher sei ;-)!

2- eine Versicherung von Fahrzeugen ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben, ansonsten haftet ohnehin der Betreiber. Was er ‚natürlich' nur im Rahmen seines ‚Vermögens' kann ;-)!

3- für die Feststellung der Richtigkeit unserer Steuererklärungen ist in Zukunft unser Ehrenwort vollkommen ausreichend. Natürlich wird uns die Steuer zukünftig ausbezahlt und nicht direkt vom Lohn abgezogen, und wir bezahlen sie später brav selbst ein, dann macht das alles auch ganz viel Sinn ;-)!

4- die Überwachung der Einhaltung von Gesetzen und Verkehrsregeln obliegt in Zukunft den Bürgern bzw. Verkehrsteilnehmern selbst. Diese sind angehalten, sich gegenseitig genauestens zu beobachten und Verstösse sofort zu melden. Die Kontrolle durch unabhängige (Exekutiv-) Beamte ist somit nicht mehr erforderlich ;-)! Das " ;-)" ist selbstredend nicht für die Politiker gedacht... sondern nur für EUCH Bürger! ;-)


Vielleicht wird damit endlich bewusst, was hier eigentlich abläuft, dass Regeln nicht für jedermann bzw. gleichermassen gelten und es höchste Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen. Unsere Politiker sind gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger zumeist taub und blind und werden für dieses "Leiden" von dessen Nutzniessern grosszügigst mit Schmerzensgeld bedacht. Es wird zeit, sie zu ersetzen, denn die Macht geht schliesslich vom Volk aus, so heisst es zumindest in unseren Demokratien. Wenn das offensichtlich nicht mehr zutrifft gibt es doch Mittel und Wege, die uns unter anderen derzeit sehr schön von unseren Mit(welt)bürgern in diversen arabischen Ländern vorgeführt werden, die sich tapfer gegen ihre Staatsmächte auflehnen!

In diesem Sinne, kaufen Sie auch weiterhin brav NICHTS, und bitte auf gar keinen Fall kaufen Sie Ihren gewählten Vertretern, und schon überhaupt nicht in Vorwahlzeiten, auch nur irgend etwas mehr ab!

? 26.03.2011